Jahresabschlussfeier des Albatros Gleitsegelclub Aschaffenburg

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Mitglieder des Albatros Gleitsegelclubs Aschaffenburg im Wirtshaus Pfaffenmühle zu ihrer Jahresabschlussfeier.

Das Highlight des Abends war ein Bericht von Stefan Englert über seine Flugwanderung von Nizza über den Dachstein zum Chiemsee. Stefan Englert hatte dafür  ca. 7 Wochen eingeplant. Zuvor war Detailplanung angesagt. Es musste genau überlegt werden, was kommt mit in den Gleitschirmpacksack außer Gleitschirm, Gurtzeug, Rettungsgerät und Zelt. Ebenso ging es darum, die grobe Route festzulegen, wobei klar war, dass vor Ort je nach Wetterbedingungen Anpassungen notwendig sein würden.

Die Mitglieder des Albatros Gleitsegelclubs waren begeistert und fasziniert von Stefans Abenteuer und seinem Reisebericht. Besonders beeindruckend seine fliegerischen Aktivitäten, bei denen er oftmals Tagesstrecken über 100 Kilometer in Höhen von bis zu 3700 Metern zurücklegte.

1300 Kilometer waren es am Schluss, 900 Kilometer mit dem Gleitschirm, die restlichen Kilometer zu Fuß in der Gebirgslandschaft. Hin und wieder wurde er per Anhalter mitgenommen, aber auch Bus und Bahn wurden benutzt, um den nächsten Startplatz zu erreichen.

Das Wetter zwang ihn manchmal, Pausen einzulegen, die er dazu nutzte Land und Leute besser kennenzulernen. So übernachtete er unter anderem auf Bauernhöfen und half den Bauern bei ihrer Tagesarbeit, bevor es dann bei fliegbaren Bedingungen mit dem Gleitschirm wieder weiter Richtung Zielpunkt Chiemsee ging.

Ein ganz besonderes Lob erhielt Stefan für sein Video. Es ist ein Kunstwerk und Augenschmaus zugleich und zeigt herrliche Aufnahmen der Alpenregion mit ihren Berggipfeln, Gletschern, Tälern und der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt aus den unterschiedlichsten Perspektiven und Blickwinkeln. Zudem war es Tagebuch und Flugdokumentation, aus der die Fliegerkollegen sehen konnten, wie hart und ausdauernd Stefan oftmals suchen und kreisen musste, um wieder Höhe zu gewinnen, damit er über den Gipfel kam und das Tal zur nächsten Bergkette queren konnte.

Für Stefan eine unvergessliche Reise, die Mut, fliegerisches Können und Respekt vor der Natur und ihren Kräften abverlangt hat. Seine Kollegen bewundern und schätzen ihn dafür als kompetenten Gleitschirmpiloten und treuen, guten Kumpel und danken ihm dafür, dass sie durch Vortrag und Video an seiner Flugwanderung diesem einzigartigen Abenteuer mit seinen vielschichtigen Eindrücken teilnehmen durften.

Der Jahresabschluss wurde auch genutzt, um Mitgliedern für besondere Dienste zu danken. So wurden die Kollegen Heinz Droste, Heinz Neppach und Andreas Werner für Arbeiten zur Gestaltung einer neuen Internetseite für den Albatros Gleitsegelclub Aschaffenburg ausgezeichnet.

Je ein Pokal wurde an Stefan Flick und Roland Völker vergeben. Stefan Flick wurde damit für den längsten Flug (3 Stunden 12 Minuten) mit Start von der Winde ausgezeichnet. Roland Völker absolvierte in 2019 den weitesten Flug (59,2 km) ebenfalls mit Start an der Winde.

Die 6 fleißigsten Windenfahrer erhielten als Dankeschön für ihren Einsatz für die Vereinspiloten eine Kappe mit aufgesticktem Vereinslogo.

Der Albatros Gleitsegelclub ist auf der Suche nach Schleppgeländen, die den Piloten die Möglichkeit geben, höher zu fliegen als in Nilkheim. Dort gibt es wegen des nahen Frankfurter Flughafens eine Höhenbeschränkung bei ca. 1000 m. Edgar Kaufhold, erster Vorsitzender des Vereins, konnte auf der Feier die gute Nachricht verkünden, dass der Deutsche Hängegleiterverband am Tag zuvor die Genehmigung für eine Schleppstrecke in der Gemarkung Esselbach erteilt hat. Die Vereinspiloten freuen sich, im nächsten Jahr an einigen Wochenenden das Gelände fliegerisch zu erkunden und dabei eine größere Freiheit bezüglich Höhenbeschränkung zu genießen. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an die Gemeinde Esselbach für die Unterstützung.